Sweden Roadtrip 2K15

Meine Tagebucheinträge im Zeitraum 17.Juli bis 26. Juli mit nachträglichen Kommentaren.

Tag 1 – Freitag, der  17.7.15

„Ey Leute, lasst mal was ganz verrücktes machen. Lass mal im Sommer einfach ins Auto steigen und nach Schweden fahren. So nen Roadtrip. Wir nehmen alle nur das Nötigste mit. Paar Klamotten, Zelte, was zu Essen und gute Musik. Lass einfach immer jeden Tag irgendwo anders campen und einfach rumfahren. Einfach ungezwungen und ungebunden sein. Für einen Moment mal alles vergessen. Das wärs doch, oder? Nur wir, die Sonne, gute Musik und die Natur. Doch, darauf hab ich grad richtig Bock. Wer ist dabei?
Sonntag 19. April 2015 14:04“

So fing alles an…

Meine 5 Freunde, Leo, Svenja, Gesa, Lara, Rike  und ich beschlossen vom 17.7 bis Ende Juli einen Roadtrip nach Süd-Schweden zu machen und dort wild zu campen. Wir hatten ein großes Auto. Einen Ford Galaxy.
(Er wurde von uns liebevoll „Olaf“ genannt).
Unsere Route ging von Kopenhagen aus, an Malmö vorbei, nach Falkenberg, einmal quer durchs Land, nach Kalmar, auf Öland rauf und dort nach ganz oben; dann nach Karlskrona und von da aus wieder zurück nach Malmö.

(Die roten Kreise beschreiben die Orte, an denen der Post erzählt.)

 

Jetzt sitzen wir an der Ostsee (noch in Deutschland) am Strand und genießen das Wetter. 
Auf der Hinfahrt sah das alles noch ganz anders aus. Bedeckt, Regen und kalt… Und jetzt, fast in Schweden angekommen, ist das Wetter super. 
Die Atmosphäre im Norden Deutschland ist eigen. 
Eigen und super lieblich. Die kleinen Backsteinhäuser mit den Reetdächern und den süßen kleine Wildblumenbeeten vorm Haus. 
So jetzt erst mal entspannen bis es weiter geht. Himmlisch! Die Sonne aufm Körper spüren und einfach nur da liegen und den Wellen zuhören. 

Unser Motto: „Life was meant for good friends and great adventure“.
Strandtag, das war unser erstes Ziel unsres Urlaubs. Der Freund, bei dem wir wohnten, kannte ein schönes Stückchen Strand, zu dem wir, nach einem Besuch auf einem norddeutschen Bauernhof, gefahren sind. Der Bauernhof war riesig und wunderschön; wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Ein Stück Urlaubsgefühl und Erholsamkeit kam auf. Als wir dann auf dem Weg zum Meer neben einem Erdbeer Feld parkten und erst zwischen ein paar süßen alten Häuschen liefen, fanden wir uns plötzlich mitten in einer Luxus-Hotel-Anlage (Weissenhaus)wieder.


Die war so schön und auch so ruhig. Den „Luxus“ mussten wir erst mal genießen, bevor der große Trip durch die Wildnis weiter geht. Der Strand war echt leer und super schön. Jetzt sind wir auf dem Rückweg nach Schönwalde, einem kleinen Städtchen in der Nähe der Ostsee. Bevor es weiter geht, erst mal die Vorräte auffüllen.

 

DIe Videos von Leo über unseren Urlaub gibt es ab heute jeden Sonntag auf seinem Youtube Kanal. Schaut rein! Es lohnt sich wirklich. Lasst euch mitziehen und erlebt den Urlaub mit uns.
https://www.youtube.com/user/wirdschonn

 

Aber einen Schritt zurück: Bevor es aus Deutschland losging, war erstmal die Planung dran.
„Ich packe meine Koffer und nehme mit:“
Von Zuhause nahmen wir eigentlich nur das „Nötigste“ mit. Drei  Zelte, drei Gaskocher, einen Pavilion, eine Kühlbox, einen Camping-Tisch, Klamotten, Schlafsäcke, Isomatten, ne Dachbox,  […]  und genügend Essen und Trinken. Das Auto war dann eigentlich auch schon voll. Mit uns drinnen passte dann wirklich nichts mehr rein.
War aber trotzdem irgendwie gemütlich. Vor allem hinten der Einzelplatz, war wie so ne Höhle in der man super schlafen konnte.
Für die Fahrten brannten wir uns dann auch noch CD’s, damit wir immer gute Musik zu hören hatten.
Unser Soundtrack des Sommers ist auf  jeden fall „Tropical House“! Ich würd mal sagen DAUERSCHLEIFE #nice.

so, weiter geht’s…

Tag 2 – Samstag, der 18.7.15
…fing früh an. Um 5:50 aufstehen. Duschen. Einpacken. Weiter geht’s. Das Wetter spielt zwar grade nicht so mit, aber in Meeresnähe kann sich das Wetter ja eh immer ganz schnell ändern. Gefrühstückt wird erst mal nichts. Frische Brötchen haben wir uns eben schnell gekauft und weiter gings. Nächstes Ziel „Kopenhagen“. Auf direktem Weg. Unser Plan ist es, in Kopenhagen zu brunchen und nachmittags weiter nach Malmö zu fahren und uns dort in der Nähe ein schönes Plätzchen zu suchen, wo wir unsere erstes, richtiges Camp aufbauen werden. Nach einer langen Autofahrt von 5 Stunden kamen wir dann auch endlich mal in Kopenhagen an. Für 17 Kronen können wir Stadt nah gut parken. Zwar nur eine Stunde, aber das genügt. „In ´nen Café setzen und dann, weiter geht’s“.  Ja..  Das dachten wir uns.. Jedoch huschten wir über den Hauptplatz in die erste Shoppingstrasse und suchten nach ’nem Supermarkt, um frische Sachen für unsere Kühlbox zu holen.  Tipp: Kühlbox ist echt wichtig für frische Sachen. Leider kühlte unsere Box nur, wenn sie am Auto angeschlossen war, sprich wenn wir fuhren. Als wir dann mal für 2 Tage irgendwo standen, wars dann aus mit den kühlen Sachen. Naja fürs nächstemal wissen wir bescheid.
Also auf ging’s in die Innenstadt, ein paar Bilder knipsen dann schnell einkaufen und ab zurück zum Auto.

Weiter geht’s. 

Der Weg über die Brücke von Dänemark nach Schweden war irgendwie richtig aufregend.
Neben uns fuhr ein Oldtimer vorbei, in dem ein Paar ganz gechillt entlangfuhren. Die Frau hatte sich ein Tuch um den Kopf geschwungen. „So richtig Retro!“

Und so schön.


Die Sonne war schon sehr niedrig. Wir hatten ein klares Ziel vor Augen, einen Parkplatz in einem Naturschutzgebiet direkt am Meer. (Järavallens Strövområde

 

Ein kleiner Spaziergang ans Meer, schnell mal durchs Wasser gestapft. Das war für uns dann so richtig Urlaubsfeeling. Jetzt sitzen wir beim kochen, essen gleich, hören Musik und gehen dann aber auch mal schlafen. Dieses mal auch schön ausschlafen, da wir davor um 5:50 und davor um 3:15 aufgestanden sind. 

 

Tag 3 – Sonntag, der 19.7.15

Mitten im Wald, zwischen hohem Gras und umgestürzter Bäumen aufzuwachen, ist schon nicht schlecht und keinesfalls alltäglich! 


G
ut, dass wir die Nacht ohne Störenfriede, in dem Falle Polizisten, verbringen konnten. Zum Glück konnte man uns vom Parkplatz schließlich nicht sehen, also „alles gut“. 
Nach einem kräftigen und ausgiebigen Frühstück, das wir uns aus unseren 3 mitgebrachten Vorratskisten aus Frankfurt zusammengestellt hatten, sind wir gut in den Tag gestartet. 

„Auf geht’s nach Norden!“

An der Westküste Südschwedens entlang, ging´s auf ins kleine Fischerdörfchen Arild. Durch kleine Dörfer hindurch, mit Häusern, die in den typischen Farbkombinationen aus Rot und Weiß erstrahlten, entlang der Vorgärten, die größer und schöner waren, als die in Frankfurt, kamen wir schließlich in Arild an. 
So ein tolles Flair und so schöne Häuser auf einem Fleck, findet man nicht oft in Frankfurt. In Deutschland bestehen kleine Dörfer aus irgendwelchen zusammengewürfelten, meist spießigen Häusern; jedes Haus sieht anders hässlich aus. Und in Schweden fügt sich eins ans andere, harmonisch, ruhig und individuell. 
Alle haben denselben süßen, typisch „schwedischen“ Ikea Landhaus Stil. Mit Wildblumen Beeten, Veranden und weißen Gartenmöbeln. Und meistens weht eine dreieckige, hellblaue Landesfahne mit gelbem Kreuz fröhlich im Wind.
Angekommen im Dorf, welches mir meine Mama empfahl, kamen wir aus dem Träumen über ein Leben in der Zukunft nicht mehr heraus. 
Die Häuser waren noch schöner und noch bunte und noch einladender. 

Unten am Hafen sahen wir Kinder die mit ihren selbstgebastelten Angeln. Bestehend aus Schnur, Wäscheklammer und einem Stück Schinken, versuchten sie kleine Krebse zu fangen. 
Wir setzen uns auf die Steine und betrachteten die schönen Häuser, die Kinder beim Angeln und das Treiben am kleinen Hafen.
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Weiter fuhren wir Richtung Westen in ein kleines Café. 

Die Flickorna ist ein Café, umgeben von einem wunderschön wilden, gepflegtem und großen Garten. 
Als Kind war ich mit meinen Eltern schon mehrmals mit einem Wohnmobil in Schweden unterwegs. Als wir im Café ankamen, war das Café genau so schön, wie in meiner Erinnerung. 
Ich erinnerte mich an ein kleines, mit Reet bestücktes, rot angestrichenes Haus, an dem Wildblumen hochwuchsen. 
Als wir ankamen, hatte ich Gänsehaut; es war noch schöner, als in meiner Erinnerung.
Die Anderen waren auch einfach überwältigt.


Wir saßen an einem Tisch inmitten des riesigen Blumenbeetgarten, bestellten uns Puddingstücke, Cappuccino, Holunder-Limonade und Backwaren mir Kardamom. Einfach baba! 
Der Service war etwas überfordert, weil es relativ voll war, aber sehr freundlich und sie konnte alle super Englisch. 
Generell können die Schweden alle sehr gut Englisch, ob alt oder jung. Man kann überall englisch reden und man versteht sie auch super. 
Das Essen war etwas teuer, aber das war mir schon vorher klar. Ich meine, wir sind halt in Schweden und sitzen jetzt hier in der Flickorna und gönnen uns mal was, bevor wir tagelang Campingessen haben werden. 
Weiter geht’s die Landstraße hoch, Richtung Jonköping.

Das Wetter wurde immer schlechter, aber auch immer schwedischer. Abseits der Landstraße, entlang der kleineren Straßen, waren kaum noch Autos unterwegs.
„So jetzt schaut mal links und rechts ob ihr Elche seht!“ 
„Woaaaa jeaaa Elcheeee!
Wuhuuu“


Leider haben wir dann doch keinen gesehen.  Aber bestimmt waren sie nicht weit. 
Angekommen an einem See in der Nähe der Stadt Hallaböcke, hätten wir den perfekten Platz mit dem perfekten Blick gehabt, aber neeein, so Holländer wollten nicht, dass wir ihre Sicht versperren… Hallo? Dann hätten sie sich halt hier hinstellen sollen … Mensch!!
Naja 10 Meter weiter bauten wie unser Lager inmitten von Blaubeerfeldern und Kieferbäumen auf.


Als unser Camp fertig war, verspürten wir alle das Verlangen mal zu baden und zu duschen. 
Also ab in den See mit unserm super „Dr. Bronner`s Magic Soap“ „Öko“ Shampoo.


Am Ende stellte sich raus, dass es irgendwie keinen in Schweden so richtig bockt, ob man Öko oder normales Shampoo im See benutzt. Naja egal, Hauptsache ein wenig an die Umwelt gedacht. 
Was mir positiv aufgefallen ist, dass es an jedem Badeplatz genügend Mülltonnen gibt, um seinen Müll zu entsorgen. 

Zurück zum Duschen. 
So eine Sicht beim Duschen hat man nicht alle Tage.  Danach gab es Essen.  
Das Essen war einfach, schnell und typisch Ikea. HOT DOGS. 
„Geil“ Wir verputzen alles ganz schnell und lagen dann zusammengekuschelt beieinander, bis es zu kalt und windig wurde. Also ab ins Bett. 

 

Tag 4 – Montag, der 20.7.15 

Bis 10 Uhr haben wir das erste mal alle auf unserer Reise ausgepennt. 
Die Nacht über hat’s geregnet und vieles war nass, aber hey! wir sind in Schweden, so ist das nun mal. Das Wetter ändert sich so schnell. 
Alles sauber gemacht und das Frühstück vorbereitet. 
Was gut ist: Klo und Müll waren alles nah beieinander. 
Ich bin kurz vor dem Frühstück noch schnell in die Blaubeerbüsche gehüpft und hab ein paar der Beeren gepflügt. 
Bis zum Ende des Urlaubs gab es eigentlich fast jeden Morgen dann Obstsalat, bestehend aus Äpfel, Bananen, Haferflocken, Blaubeeren , Honig und/oder Milch. 


Trotzdem noch scheißkalt. Egal, Lagebesprechung im Auto. 

„Was wollen wir jetzt machen?“ 
„Wir bleiben!“

Egal wie das Wetter wird. Wir wollen Schweden sehen. Jetzt sitzen wir in der Sonne auf einer Picknickdecke, eingekuschelt, lesen schreiben oder schlafen. Mal sehn, wohin die Reise uns noch führt und was wir so erleben. 
Ich auf jeden Fall gehe gleich nochmal Blaubeeren pflücken und vielleicht nochmal in den See. 
Nach dem Essen waren alle wieder im See baden. Danach ging´s auch wieder an die Vorbereitung fürs Abendessen. 


Gut war, dass wir eine Kochbox dabei hatten, wo wir Besteck, Teller, Schüsseln, Töpfe, Schwämme und so weiter dabei hatten. Dazu hatten wir 3 Gaskocher, die uns echt jedes Mal vielseitiges Essen lieferten. 
Mit unseren Taschen haben wir dieses mal einen Kreis gebaut in dem wir windgeschützt saßen. Sah aus wie ein Nest. Und war gemütlich! 
Zum Glück hatten wir auch einen Pavillon dabei, unter dem wir nochmals mehr Schutz hatten. 
Heute gab es Nudeln mit Pesto zum Abendessen, danach noch frische Blaubeeren und Vanillepudding. #Loveit
Der Sonnenuntergang dauerte einfach mal soeben von 21 bis 23:30. 
Der Himmel war so schön und spiegelte sich in vielen Farben im See.

 

Im Gegensatz zum Vortag war der See dieses Mal komplett ruhig. Alles schien auf einmal so unbedeutend und unwichtig. Irgendwie hatte der Sonnenuntergang was befreiendes.  
Wir hörten Musik und schauten der Sonne beim untergehen zu. Wir mussten die Musik nicht mal laut stellen, da es einfach so totenstill war und es auch keine Geräusche im Umkreis zu hören gab. Es war einfach perfekt! Keiner musste viel sagen, keiner viel tun. Jeder saß einfach nur da und sah der Sonne beim Untergehen zu. 
Die Ruhe, der Sonnenuntergang und die Freunde um einen. Mehr braucht´s manchmal einfach nicht. 

 

Tag 5 – Dienstag, der 21.7.15 
Um 8 Uhr aufstehen, denn es geht nach Falkenberg, wo wir die zukünftigen Gasteltern von Gesa trafen.


Gut, dass wir nicht erst um 9 aufgestanden sind, denn grade als wir die letzen Sachen ins Auto gepackt haben, hatte es angefangen zu schütten. Der Weg über die Landstraße in Richtung Falkenberg war wieder klischeehaft „Schweden“. 
Die Straßen waren leergefegt und sahen aus, wie die Bilder mit den leeren Straßen auf Tumblr. 
Hatte auch irgendwie was von Petterson und Findus. Die kleinen Häuser mit den typischen Steinmauern und den noch kleinen Schuppen dabei.
Typisch „Fallun-rot“ angestrichen, mit den weißen Sprossenfenstern und weißen Umrandungen. 
Jetzt sitzen wir in einem Café in Falkenberg und fahren gleich weiter, nach Ullared. Das ist das größte Kaufhaus Schwedens. 
Dort soll es anscheinend ALLES geben. 

Zu Falkenberg: 
Irgendwie nicht wirklich sehenswert. Die Innenstadt ist nicht typisch schwedisch, drum herum waren zu viele Industriegebiete, Tankstellen und Autohäuser. Jedoch muss man sagen, dass der Strand  sehr schön ist. Das Wetter war wiederum sehr stürmisch, aber die Wellen sahen einfach fantastisch aus, wie sie sich so hintereinander stapelten.

Trotzdem schnell weiter!
Vielleicht lag es auch am Regenwetter, dass Falkenberg etwas trostlos aussah, aber für mich nicht wirklich schön.

Auf, zurück in die Natur!
Generell fand ich die Zeiten in unserem kleinen Kreis und inmitten der Natur viel angenehmer als in den Städten, die wir besucht haben. Hatte immer was gestresstes. Ja, schön war es trotzdem, aber nicht so ruhig, wie in der „Wildnis“

Als wir in Ullared ankamen, bestand die Stadt eigentlich nur aus ein paar Häusern, gefühlten 10 riesen Parkplätzen, einem gigantischen Kaufhaus und 3 Outlets. Zunächst freuten wir uns. Es war irgendwie aufregend, wie als würde man gerade durch die Tore in einen Freizeitpark gehen. 
Aber als wir durch die Türen ins Kaufhaus gelangten, war es eine reine Reizüberflutung. Eine Mischung zwischen primark, Metro und Ikea. 
Es gab einfach ALLES. Und von allem zu viel. Es gab überall Schilder, die dir aufdringlich zeigten, wo was war. 
Etwas komisch nur, dass die Lederabteilung direkt neben den Kühltheke voller Fleisch war, aber gut. 
Wir wollten eigentlich nur Bananen, Äpfel, Käse und 2 dicke Pullis kaufen. Aber kaum drinnen angekommen, packten wir automatisch Sachen, die wir entweder schon hatten oder nicht brauchten. 
Da zeigt sich, dass es das Kaufhaus mit der Reizüberflutung geschickt gemacht hat. Nach einem kurzen Augenblick des gegenseitigen Anschauens war klar, dass wir hier nichts kaufen werden. 

Schnell raus hier!

Ab durch die Klamotten-, Leder- und Käse-Abteilung, durchgequetscht an der Kasse und ab nach draußen. Gut so, dass wir nichts gekauft haben… denn die gesamte Kassen-Zeile war übervoll mit Kaufwilligen. 
Draußen waren wir echt froh, dass wir nichts gekauft haben und entschlossen uns, die benötigten Sachen aufm Weg zum nächsten See zu holen. 
Weiter ging’s Richtung Osten. 
Auf dem Weg konnten wir auch einkaufen und tanken. 
Ich war überrascht, dass es in Schweden doch fast überall Tankstellen und große Supermärkte gab. Hab mir das eher wie nen Tante Emma Laden vorgestellt; aber nein, die Schweden haben ein gutes Netzwerk. 
Ein kleiner Umweg tät uns gar nicht so schlecht. 
Statt geradeaus direkt zum See, sind wir eine kleine Kurve gefahren, die uns durch schöne Ortschaften hindurch führte und uns zeigte, dass Kartenlesen doch eine Sache für sich ist. Generell sind wir den gesamten Urlaub fast ohne Navi/Google Maps gefahren. Nach Altväter-Sitte sind wir halt nach Karte gefahren. Die Sonne stand schon sehr tief und alles leuchtete in fast schon herbstlichem Gold. 
Die Seen und die Häuser, an denen wir entlangfuhren, waren einfach wie aus dem Bilderbuch. 
Angekommen am „Furen See“, war ich ein wenig enttäuscht, da das nicht die Badestelle war, die ich zusammen mit meiner Mama ausgesucht hatte und die mir noch gut in Erinnerung war.

 
Aber hey! egal. Zwar lag der Platz direkt an der Straße, aber die Klos waren sauber und ein paar Schritte entlang des Sees kamen wir zu einem kleinen Plätzchen im Wald, an dem wir unsere Zelte aufschlugen. Nebendran befand sich eine Feuerstelle und zwei Picknicktische. Zum Abendessen gab es Ravioli. Rike´s erste Dosen Ravioli und sie freute sich schon die ganzen Zeit wie ein Honigkuchenpferd darauf!
Ihre Erwartungen wurden erfüllt.



Anschließend saßen wir mal wieder gemeinsam am Lagerfeuer und ließen den Abend ausklingen. 
Und genau hier trafen wir an diesem Abend noch Schulfreunde, die von Göteborg aufm Weg nach Frankfurt waren und unterwegs auch mal Halt machten, um zu campen.  
Der Tag und die lange Fahrt waren wieder echt anstrengend gewesen, also ab ins Bett. 
Am nächsten Morgen geht es durch Vaxjö nach Kalmar. Trotzdem wollen erst mal alle ausschlafen. 

 Tag 6  – Mittwoch, der 22.7.15 
Am See war es ganz schön kalt und windig. Aber Leo und ich sind trotzdem schnell mal baden gegangen. 
Die Reise ging weiter durch kleine Ortschaften, durch Vaxjö durch nach Kalmar. 
Dort angekommen, suchten wir einen Parkplatz nahe der Innenstadt. Parken ist in Schweden nicht wirklich teuer, sodass wir immer sehr nah der Hotspots stehen konnten.


Die Shoppingstraße und der Hafen waren sehr schön, das Touristenbüro lag etwas abseits am Hafen, war aber gut ausgeschildert. In ganz Schweden ist eh alles sehr gut ausgeschildert. Ob in der Stadt oder an den Landstraßen. 
Bevor wir Richtung Öland weiter fuhren, holte ich mir wieder ein Wäckchen mit Kardamom. 
Schmeckt super lecker. Ist eigentlich wie ein Rosinenbrötchen – nur ohne Rosinen, dafür  aber mit Kardamom. 
Im Touristenbüro, direkt nach der Brücke nach Öland auf der rechten Seite, erkundigten wir uns nach schönen Orten, wo wir baden und wild campen konnten; wir landeten schließlich ganz im Norden der Insel, in Böda. 
Beschaulicher, netter Ort. Der Strand im Osten ist sehr lang und wirklich schön. 
Auf dem letzen Stück vor unserem Ziel gab es sogar noch einen Supermarkt. 
Das ist echt krass. Egal wo man in Südschweden ist, man findet immer noch einen Supermarkt der sowohl sonntags aufhat und auch noch bis 21 Uhr unter der Woche!
An einem wirklich schönen Stück des Strandes gab es auch direkt einen Campingplatz, der für Urlauber und Familien mit Kindern super geeignet ist. Campingplatz Bödagården 
Allerdings hatten sie keinen Platz mehr für uns, sodass wir uns wieder einen Platz zum wildcampen suchen mussten.
Svenja und Leo waren in der Zeit, als Gesa, Rike, Lara und ich auf dem Campingplatz nachfragten, an eine Stelle gekommen, wo ein Mann Ferienhäuser vermietete. 
Dort fragten sie ihn einfach, ob er einen geeigneten Platz kenne. 
Der Mann meinte ganz verdutzt. „Where ever you want?!“
Wir waren überrascht da wir dachten, dass man in der Nähe der Häuser und vor allem nicht in Dünen campen dürfte. Aber hey, der Mann bestätigte uns, dass es schon mehrere vor uns machten.  Das war also dann unser Plan. 
Ab in die Dünen!



Nicht weit von einem Parkplatz direkt am Strand, fanden wir also einen schönen Schlafplatz, an dem wir die Zelte aufschlugen. Hinter zwei Hügeln ist schon das Meer. 
So hat noch keiner von uns geschlafen. Mit dem diesem Blick und dem Feeling. Wow!
Wir beschlossen, dass wir 2 Tage dortbleiben und alles erst mal entspannt angehen. 

 

Tag 7. – Donnerstag, der  23.7.15 

STRANDTAG!


 Wir liegen jetzt auf unseren Strandtüchern und genießen die Sonne, die uns in den letzen Tagen doch etwas fehlte. Und mal wieder gab es Müsli und Obst zum Frühstück, aber dieses Mal am Strand. Da hats sogar noch besser geschmeckt. #geilomeilo
Unser treuer Begleiter „Giraff“ [gschiráff], kam natürlich mit an den Strand. (Giraff war eine aufblasbare Giraffe fürs Wasser)


Da direkt neben unserer Campingstelle der Campingplatz war, dachten wir uns, dass wir doch einfach mal so gaaanz kurz und gaaaanz schnell unbemerk duschen könnten. 
Also haben wir alle unsere sieben (Dusch)-Sachen geschnappt und dahin geschleppt. 
Voller Vorfreude standen wir dann unter der Dusche und dann kam der ganz große Schreck:
„KAAALT“
Das Wasser war scheißkalt und es gab keine Chance, es warm zu stellen.
Das warme Wasser konnte nur mit einer Duschkarte aktiviert werden. 
Ja ja: „Schlauer Campingplatz – Dumme Wildcamper“! 
Egal, Scheiß drauf, schnell mal „richtig“ duschen, Hauptsache mal laufendes Wasser von oben. 
„Leben am Limit“. Wir, die sich noch nicht mal für 10 Euro die eine Nacht auf den Campingplatz stellen wollten. 
Naja, das ist halt so, wenn man wild campt, man muss sowas einstecken. 
Aber in einem kann uns keiner schlagen. Beim Essen!



Für einen Roadtrip und vor allem fürs Wildcampen hatten wir schon „Essen de Luxe“
Hot Dogs, Nudeln mit Pesto oder Tomatensoße, Gnocchi, Milchreis, Obstsalat, Spätzle und Tortellini, und und und. Dann hatten wir noch ganz viele Knabbersachen und immer frisches Obst. 
Einfach baba.
Memo an mich selbst: „Als Tipp für den nächsten Roadtrip: Weniger Snacks, mehr Gewürze.“ 
Jetzt sitzen wir am Strand, eingemummelt in Decken, spielen Karten und hören Musik.


 

Tag 8 – Freitag, der 24.7.15 

Wieder STRANDTAG:


Sonnen, essen, sonnen, Fotos machen, essen, wieder (kalt) duschen, weiter fahren. 
Wohin? Na klar, Richtung Süden! Wooop wooop. 
Doch die Wettervorhersage soll nicht so prima sein, also mal sehn. 
Egal, wir haben jetzt 2 Tage lang die Sonne getankt und schauen, was noch so kommt. 
Aufm weg Richtung Süden, runter von der Insel, fahren wir an der Küste entlang zur kleinen Stadt Kristianopel


Super schönes, idyllisches kleines Fischerdörfchen mit nem großen Campingplatz, sehr zentral. 
Wir suchten einen Schlafplatz, da es schon halb 8 war. Hindurch die kleinen Gassen der Stadt, weiter auf noch kleineren und rumpligeren Straßen zwischen den Wohnhäusern, etwas
außerhalb. 

„Lasst einfach mal fragen, ob es hier `nen Plätzchen zum wildcampen gibt.“ 

Also haben wir einfach mal irgendwo an einer Haustüre geklopft und nachgefragt. Trotz der gutgemeinten Tipps der Frau suchten wir uns dann doch wieder den nächstbesten See, der auf der Karte zu sehen war und auf unserem Weg Richtung Karlskrona lag. 
Entlang der Landstraße ins Landesinnere, wieder hindurch der Dörfchen.
Und wieder stand die Sonne so tief, dass der Wald, die Häuser und die Lichtungen in purem Gold leuchteten. 
Angekommen am See waren wir einfach nur positiv überrascht. 
Wir dachten nicht, dass ein See, der weder im Reiseführer erwähnt oder sonderlich groß auf der Karte eingezeichnet war, so schön liegen und lieblich hergerichtet sein könnte. Der „erstbeste“ See stellte sich somit als „bester See“ heraus, den wir so spät abends noch finden konnten.



Zwar lag die Wiese ein wenig schräg und es waren grade so mal eben 2 Stellplätze für unsere Zelte, aber es gab 2 Feuerstellen, einen Steg, ein Klo-Häuschen, eine große Umziehkabine, mehrere Tische und ein kleines Unterschlupf-Häuschen, in dem man auch übernachten könnte.
Wir machten uns Essen, aber das Ventil für unseren Doppelkocher ging verloren, sodass wir „nur noch“ einen hatten. 
„Camper Luxusproblem“
Als dann die Zelte aufgebaut waren, machten wir mal wieder ein Lagerfeuer.


Es war so still, dass, wenn man laut genug redete, man den eigenen Schall von der anderen See Seite zurück kommen hörte. 
Das kennt man ja eigentlich nur aus den Bergen, oder so. Aber der See war nicht mal so wirklich groß und normalerweise ist man es gewöhnt, dass der Schall durch andere Geräuschen verschluckt wird. Irgendwie komisch.. Bestimmt hat‘s was mit Physik zu tun, was ich eh noch nie verstanden hab…  
Man konnte jedes Tier und jedes Knacken hören. 
„Lagerbesprechung“, denn das Klima im “ Road Trip Camp“ war gedrückt. 
„Das Wetter“ , Hauptthema! „Klar, es soll Regen vorhergesagt sein, aber lasst doch trotzdem das Beste draus machen.“ Die Nacht war wärmer als die davor und am nächsten Morgen hat uns die Sonne geweckt. Das Wetter sah eigentlich wieder super aus.
Wir hätten nicht gedacht, dass das Wetter an diesem Tag noch so krass und so schnell ins Schlechte umschlagen kann.
Also nächster Stopp, Karlskrona. 

 

Tag 9  – Samstag, der 25.7.15 

Das Wetter ist einfach Scheiße, muss man so sagen. 
Gewitter! Angekommen in Karlskrona suchten wir uns ein Café und fanden sogar eins direkt neben der Friedrichskirche im Stadtzentrum. 
Ist wie Starbucks, nur tausendmal schöner und leckerer. Das „Espresso House„.
Jetzt sitzen wir drinnen, lesen, schreiben Postkarten, trinken was und nutzen nach langer Zeit mal wieder das freie WLAN „Yeay, die Welt hat uns wieder!“. 

Nun, da das Wetter echt Scheiße war, und wir merkten das die Kälte auch an unserer Gesundheit zehrte, beschlossen wir, auf einem Stück von Karlskrona nach Bremen, zu Gesas Großeltern, zu fahren. 
Nun war die Reise leider sehr schnell und abrupt zu Ende gegangen. 
Ich war sehr traurig, da ich die Zeit noch gerne nutzen wollte, aber im nachhinein war es die beste Entscheidung, weil im Regen wild zu campen, ist, glaub ich, schlimmer als früher nach Deutschland zu fahren. 

 

Schweren Herzens verließen wir den Norden und kamen wieder in Deutschland an. Irgendwie wurde alles wieder gestresster, auf der Autobahn drängelten die Raser, das Wetter war mies und ich wollte einfach nur zurück.
Der 10.Tag bei den Großeltern von Gesa war echt schön; wir machten eine Fahrrad-Tour zu viert und fuhren in das kleine Dörfchen Fischershude. Am Sonntagmittag ging´s zurück nach Frankfurt.


So endet nun unser Roadtrip durch Schweden.  Ein Abenteuer für sich. Ein Erlebnis, was ich nicht missen will und jederzeit wieder machen würde. Wir hatten die Tage lang super viel Spaß, viele Insider sind entstanden und ich schätze meine Freunde jeden Mal ein kleines bisschen mehr, weil ich in so Momenten merke, wie gut sie mir tun. Für mich ging es dann weiter nach Köln zu meiner Familie und mit Gesa nach Straßburg, um meinen eigenen kleinen Roadtrip noch zu ergänzen.

 

PS: Memo an mich selbst: „ Schweden, ich komme wieder!“

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